Afghanistan - Vortrag Dr. Erös

Afghanistan-Vortrag„Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen:
Eine deutsche Familie kämpft für Afghanistan"

Dr. Reinhard Erös, mittlerweile einer der gefragtesten Afghanistan-Experten, gibt anschauliche Einblicke in den Alltag des gebeutelten Landes.

Die Reihe „Glaube Informativ“ der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinden Mainz-Ebersheim und Zornheim beschäftigte sich in diesem Jahr mit dem Thema Frieden. Als Abschluss der Reihe und aus aktuellem Anlass wird Dr. Reinhard Erös die Arbeit der Kinderhilfe Afghanistan vorstellen und Alternativen und Perspektiven zur heutigen militärischen Intervention und zivilen Aufbauarbeit aufzeigen.

29. April 2010, 20.00 Uhr
Kath. Pfarrzentrum Mainz-Ebersheim, Im Großgewann 2

Dr. Erös gründete mit seiner Familie die inzwischen vielfach ausgezeichnete „Kinderhilfe Afghanistan", „die wohl effektivste Hilfsorganisation in Afghanistan". (lt. Süddeutscher Zeitung). Am Anfang standen illegale »Trips« in die Berge Afghanistans, während derer der ehemalige Militärarzt Tausende von Menschen behandelte. Seine Frau baute derweil in Peschawar eine Schule für Flüchtlingskinder auf. Aus diesem Projekt entwickelte sich eine Familieninitiative: Ausschließlich mit privaten Spenden errichtete sie in Afghanistan über zwei Dutzend moderner Friedensschulen als Kontrapunkt zu den primitiven Koranschulen der Islamisten. Mit Hilfe afghanischer Mitarbeiter unterstützen sie in den Ostprovinzen Afghanistans und in grenznahen Flüchtlingslagern Friedensschulen, Mutter-Kind-Kliniken, Gesundheitsstationen, Waisenhäuser, Solarwerkstätten und weitere Projekte, die allesamt realistische Perspektiven für eine friedliche Zukunft des Landes am Hindukush bieten. 

Dr. Reinhard Erös berichtete von der Arbeit seiner Familie in der Kinderhilfe-Afghanistan. Dabei hielt er mit seiner Kritik am Vorgehen der deutschen Regierung und der Bundeswehr nicht hinter dem Berg: Wie kann man Herzen und Sinne erreichen, wenn man abgeschottet hinter hohen Mauern sitzt und keinerlei  kulturelle geschweige sprachliche Kenntnisse hat, fragte er. "Wir sind nicht in Afghanistan um das Land zu erobern, dann bräuchte man solche Kenntnisse nicht".

Als junger Arzt hatte er in Indien gearbeitet und dort von Mutter Teresa gelernt: Du musst die Menschen lieben, wenn du ihnen helfen willst. Das setzt Reinhard Erös mit seiner Familie nun in Afghanistan um und es war zu spüren: er liebt die Menschen in Afghanistan und sieht die Notwendigkeit bei der Bildung anzusetzen, um nicht den Taliban das Feld zu überlassen. Seit 2001 entstanden im Rahmen seiner Familieninitiative (also ohne Steuermittel - allein aus Spenden)  bisher insgesamt 25 Schulen, wo mehr als 50.000 Kinder von über 1000 Lehrerinnen unterrichtet werden.

Nach dem zweistündigen Vortrag signierte Dr. Erös noch einige seiner Bücher und ließ viele nachdenkliche Ebersheimer und Zornheimer zurück.                            

K. Wallrabenstein

 

Film "Afghanistan: Tee mit dem Teufel" (Projekte von Dr. Erös, Weltspiegel 28.3.2010).

Informationen zu den Projekten finden Sie hier.

Diskussion "Deutschland und der Krieg - Wie geht es weiter in Afghanistan?" (PHOENIX, 22.4.2010) u.a. mit Dr. Reinhard Erös

Fotos finden Sie hier ...

 

Foto: (C) by babasteve