Film und Lesung ├╝ber und mit Gerti Meyer-Jorgensen

Film und Lesung über und mit Gerti Meyer-Jorgensen"Hier sind meine Wurzeln,
hier bin ich zu Haus"

Die Lebensgeschichte der 1918 in Mainz geborenen jüdischen Mitbürgerin Gerti Meyer-Jorgensen geb. Salomon. 

Am Freitag, 21. Januar 2011, 19.00 Uhr, wurde im Evang. Gemeindehaus Zornheim ein Film von Crissy Hemming über das Leben von Gerti Meyer-Jorgensen vorgeführt. Heinz Hemming las aus seinem Buch über die ehemalige Mainzer jüdische Mitbürgerin. Gerti Meyer-Jorgenson war persönlich anwesend und beantwortete Fragen aus dem Kreis der rund 120 Besucherinnen und Besucher.

Nach einer behüteten, glücklichen Kindheit und Jugend begann für Gerti Salomon aus Mainz 1933 eine Zeit der Ausgrenzung und Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Ihre Jugendliebe durfte sich mit ihr, der Jüdin, nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen. Eine berufliche Zukunft stand Gerti in Deutschland nicht offen. Wegen „Devisenvergehens“ wurde sie schließlich von der Gestapo verhaftet. Nach Verbüßung ihrer Gefängnisstraße im Herbst 1940 bot nur die sofortige Flucht nach Shanghai die Rettung vor dem KZ.

Doch das Leben in der von japanischen Truppen besetzten chinesischen Stadt, wo 18.000 bis 20.000 Juden Zuflucht fanden, war - besonders nach der Ausweitung des Zweiten Weltkriegs auf den Pazifik - von Entbehrungen, Gefahren und Not geprägt. Aber auch mit dem Ende des Krieges waren die existenziellen Sorgen nicht vorbei; vor den vielen staatenlosen Juden in Shanghai lag nun die schwierige Aufgabe, sich eine neue Existenz zu schaffen.

Gerti Meyer-Jorgensen hat alle Krisen ihres Lebens mit großer Zuversicht und Energie gemeistert und nie den Lebensmut verloren. Und trotz der Vertreibung aus dem eigenen Land, trotz des Verlustes ihrer Familie hat sie sich die tiefe innere Verbindung und Liebe zu ihrer Geburtsheimat am Rhein, der Region, in der ihre Vorfahren seit Generationen verwurzelt  waren, nicht nehmen lassen. Fast trotzig prägte sie den Satz: „Hier sind meine Wurzeln, hier bin ich zu Haus“, der zum Titel eines Films über ihre Lebensgeschichte wurde.

Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

Die Allgemeine Zeitung Mainz berichtete über den Abend.

Nachruf für Gerti Meyer-Jorgensen, die am 21. August 2011 verstarb. Wir werden Sie dankbar in Erinnerung behalten.